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„Salvatore“ - das neue Buch von Arnold Stadler. Eine Geschichte der Sehnsucht

Foto: S. Fischer Verlag, Frankfurt

Als Vertiefung unseres abendrot.Gottesdienstes im März zeigten wir am 3. April 2009 den Film „Das 1. Evangelium Matthäus“ von Pier Paolo Pasolini aus dem Jahr 1964. Zum gleichen Thema empfehlen wir die Lektüre des neuen Buches von Arnold Stadler.

Ein Mann geht ins Kino und sieht einen Film. Es ist Pier Paolo Pasolinis ›Il Vangelo secondo Matteo‹. Dem Film liegt ein Buch zugrunde, und nicht irgendeines: Das Matthäusevangelium aus der Bibel, das folgenreichste Buch der Weltliteratur. Pasolinis Film öffnet dem Helden die Augen und verändert sein Leben. Wenn er dies alles auch nicht glauben kann, so ist er doch erfüllt von einer Sehnsucht danach, dass dies die Wahrheit sei. Stadler und der Leser folgen Pasolini und seinem Film, dessen Kraft jedem, der religiös nicht ganz unmusikalisch ist, das Gefühl des Aufbruchs zurückgeben kann. Pasolini hat aus einem Buch, dem Evangelium, einen Film gemacht, Arnold Stadler macht aus diesem Film wieder ein Buch, das von der Sehnsucht nach dem ganz anderen erzählt. Hier ein paar Pressestimmen:

»Man muss, und das ist die mit dosiertem Pathos nicht sparende Losung dieses Buches, diese Geschichte des Glaubens als Liebesbezeugung lesen: an einen Film, der den Menschen verändern kann.«

Michael Braun, Rheinischer Merkur, 20.11.2008


»Bei aller Revolutionsrhetorik ist das Buch vor allem ein Trostbuch, in seiner christologischen Sehnsuchtspoesie so pur, dass es verstört. (...) mutig, dass jemand heute noch so etwas (Unverkäufliches?) wagt und sogar seine größte Stärke, den Humor, opfert, weil ihm die Sache dafür zu wichtig ist.«

Oliver Jungen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2008


»..aus den Bruchstücken aber entstand ein zutiefst persönliches und für Stadlers Werk zentrales Buch- mit einem der einfühlsamsten Pasolini Porträts, die je geschrieben wurden.«

Nicole Henneberg, Basler Zeitung, 12.12.2008


»›Salvatore‹ ist eine merkwürdige Lektüre, die man nicht so schnell vergisst: Zuerst wirkt das Buch wie ein Roman, dann wandelt es sich zur hymnischen Nacherzählung eines Pasolini-Films, um schließlich zum Essay zu werden: eine scharfe Polemik gegen die textkritische Theologie. In der Salvatore-Figur verkörpert Arnold Stadler jene religiöse Sehnsucht, die bei keiner Glaubensgewissheit angekommen ist.«

Martin Krumbholz , Deutschlandfunk, Büchermarkt, 15.12.2008


»Das Primäre (durchaus auch im Sinne des von Pasolini so geschätzten Skandalons) an ›Salvatore‹ aber ist die erzählerische Intensität, ja Inbrunst, mit der Stadler dem Glauben eine Gasse schlägt. Ein Buch, das uns emporreißt aus der Bequemlichkeit unserer Diesseitsfixiertheit. Und ein Fanal zur Erneuerung christlich geprägter Selbstverständigungsliteratur.«

Tilman Krause, Die Welt, 20.12.2008


»Fiktive Storys mit Plot sind bei Stadler nicht zu haben. Leben und Kunst sind untrennbar. Für diesen (mutigen) Roman gilt: Auch der Glaube und die Kunst.« Siegmund Kopitzki, Südkurier 5.2.2009


Arnold Stadler

Salvatore

S. Fischer Verlag, Frankfurt

180 Seiten, gebunden

17,90 Euro