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Filmtipp
Eine spannende Entscheidung.

Text und Fotos (Verleih)

"Barbara", der neue Film von Christian Petzold

Mehr als zwanzig Jahre liegt der Fall der Mauer nun schon zurück, dennoch kann uns ein Film über den Alltag in der DDR noch heute zutiefst berühren. Das schafft Christian Petzold mit seinem auf der diesjährigen Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichneten Film "Barbara".
Die wunderbare Schauspielerin Nina Hoss spielt in "Barbara" eine junge Kinderärztin, die nur eines will: ab in den Westen...
Nachdem sie einen Ausreiseantrag gestellt hat, wird sie von der Stasi bespitzelt und in eine Klinik in der ostdeutschen Provinz strafversetzt. Mit ihrem Leben in der DDR hat diese Frau abgeschlossen. Ihr einziger Wunsch: sie will zu ihrem Geliebten im Westen, sie plant die Republikflucht. Um dieses Ziel zu erreichen, schottet sie sich total von ihrer Umwelt ab und umgibt sich mit einem Panzer aus Kälte und Misstrauen.
Dieser Panzer beginnt allerdings zu bröckeln, als sie ihren neuen Klinikkollegen André, großartig gespielt von Ronald Zehrfeld, kennenlernt. Hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Freiheit und der Verantwortung für ihren Beruf muss sie zu einer Entscheidung gelangen: eine emotionale Zerreißprobe beginnt...
Petzold liefert einen Film ab, der von Liebe erzählt, aber auch von Fluchten und eindringlich den Alltag in der DDR beschreibt - ruhig, einfühlsam aber immer spannend. In seinen feinen Nuancen bietet er aber weitaus mehr als das, was auch an der sorgsamen Konstruktion des Films und der Konzentration auf den Kern der Geschichte liegt.

Christian Petzold bekam für "Barbara" in Berlin den Silbernen Bären - nicht wenige Kritiker meinten: viel zu wenig. "Es war wohl der beste Film des Wettbewerbs und auch der schönste deutsche Film dieses Kinojahres..." hieß es. Warten wir ab.

"Barbara"
Deutschland 2012
Regie: Christian Petzold
Kamera: Hans Fromm
Darsteller: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Rainer Bock, Christina Hecke u. a.
Länge: 108 Minuten
Kinostart: 8. März 2012