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Filmtipp
Kleine Geschichten aus der Stadt an der Seine…

Fotos: 20th Century Fox

"So ist Paris" der neue Film von Cédric Klapisch

In einer Hommage an seine Heimatstadt Paris erzählt Regisseur Cédric Klapisch in seinem neuen Film "So ist Paris" die Geschichten unterschiedlichster Menschen, dargestellt von Juliette Binoche, Romain Duris, Fabrice Luchini und Karin Viard.

Cédric Klapisch, 1961 in Neuilly sur Seine unweit von Paris geboren, ist hier zu Lande vor allem durch Filme wie "… und jeder sucht sein Kätzchen" (1996) oder "L'auberge espagnole" (2002) bekannt. Die Filme, die der Regisseur seit 1985 drehte, sind das, was man gemeinhin als „typisch französisch“ bezeichnet.

Was passiert in „So ist Paris“? Wir sehen Geschichten, die das Leben schreibt, diese kleinen Geschichten, die für jene, die sie leben, ganz groß sind. Und jeder, so scheint es, lebt in seinem ureigenen Mikrokosmos, sieht seine Mitmenschen nur bedingt. Jeder kreist um sich selbst. Gerade in einer Millionen-Metropole wie Paris.

Ob es der allein lebende melancholische Kunstgeschichts-Professor Roland (Fabrice Luchini) ist, der einer seiner Studentinnen (Mélanie Laurent) anonym SMS mit Liebesprosa schickt. Ob es dessen jüngerer Bruder Philippe ist (François Cluzet), ein Architekt, der im Gegensatz zum älteren ein vermeintliches Vorzeigeleben mit Vorzeigejob und Vorzeigefrau führt. Ob es die herrisch-resolute Bäckersfrau (Karin Viard) ist, die einzig für ihren Laden lebt, für den sie ständig neue Bedienungen sucht, da keine gut genug für sie scheint. Oder, schließlich, ob es das so ungleiche Geschwisterpaar Èlise (Juliette Binoche) und Pierre (Romain Duris) ist, sie eine allzu engagierte Sozialarbeiterin, er ein soeben als schwer herzkrank diagnostizierter Tänzer, die einander erst verstehen müssen, als die Lebenssituation ernst wird.

Der Film erzählt vom Leben und vom Sterben, von Zweisamkeit und Einsamkeit, vom Zueinander-Finden und Sich-Trennen. Und er hat dafür ein ganz wunderbares Darsteller-Ensemble vor der Kamera vereint: Fabrice Luchini als Uni-Professor in Liebesnöten ist ganz einfach herrlich tragikomisch; Karin Viard als toupierte, verbittert-verhärtete Inhaberin eines typischen Pariser Bäckerladens liefert die unfreiwillige Komik dieser Figur; eine wunderbare Juliette Binoche und Romain Duris pendeln in ihrer geschwisterlichen Emotionalität, die vom Tod bedroht scheint, zwischen Extremen.

Vielen Dank Cédric Klapisch für diesen mit leichten Pinselstrichen erzählten Film, eine ganz eigene Liebeserklärung an Paris…

„So ist Paris“, Frankreich 2008
Regie: Cédric Klapisch
Darsteller: Juliette Binoche, Romain Duris, Fabrice Luchini, Albert Dupontel, Karin Viard u. a..
Länge: 129 Min.
Kinostart: 17. Juli 2008