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Filmtipp
Die Poesie des Alltäglichen.

Fotos: Weltkino

„Paterson“, ein wunderbarer Film über die alltäglichen Dinge.

In seiner Tragikomödie "Paterson" erzählt Jim Jarmusch aus dem Alltag eines dichtenden Busfahrers.

Paterson, die kleine Stadt in New Jersey, die eine der ersten amerikanischen Industriestädte war, heute eher provinziell ausschaut - Paterson heißt auch der junge städtische Busfahrer. Während der Arbeit macht er die seltsamsten Beobachtungen, auf den Straßen draußen und an den Passagieren drinnen, und in den Pausen schreibt er kleine Gedichte, die von diesen Beobachtungen gespeist sind, über Streichhölzer zum Beispiel, die schönen „Ohio Blue Tips“.

Es ist ein ziemlich verrückter Film, den Jim Jarmusch hier präsentiert, selbst auf dem Filmfestival in Cannes, wo der Kinoindividualismus stets fröhliche Urstände feiert, stach er dieses Frühjahr gehörig heraus. "Paterson" ist ganz und gar unspektakulär, die Stadt, der Mann, der Film, es gibt keine aufregenden Ereignisse, keine Aggression, keine Gewalt auf den nächtlichen Straßen, wie man sie aus dem Amerika der letzten Monate kennt, nicht mal besonders viele Menschen sind dort unterwegs.

Adam Driver spielt Paterson. Es ist eines der wenigen Male, sagt Jim Jarmusch, dass ich ein Drehbuch schrieb, ohne zu wissen, wer die Rolle spielen würde. Aber Driver ist großartig, athletisch und sensibel zugleich. Patersons Frau Laura, mit der er ein subtiles glückliches Leben führt, gespielt von der iranischen Schauspielerin Golshifteh Farahani, liebt die Farben Schwarz und Weiß. Jeden zweiten Tag streicht sie die Wohnung neu, dekoriert sich mit entsprechenden Kleiderstücken. Auch die Gitarre, die sie spielen lernt, hat schwarz-weiße Rauten. Laura ist davon überzeugt, dass ihr Paterson bestimmt ein großer Dichter ist, so groß wie William Carlos Williams (1883-1963), der Dichter, der in der Stadt lebte, als Arzt praktizierte und das große Gedicht mit dem Titel "Paterson" geschrieben hat in den Jahren nach Kriegsende.

… und dann gibt es da noch die englische Bulldogge „Marvin“ – aber, sehen Sie selbst!

"Paterson" USA 2016
Regie und Buch: Jim Jarmusch
mit Adam Driver, Golshifteh Farahani, Barry Shabaka Henley, Cliff Smith, Chasten Harmon, William Jackson Harper, Masatoshi Nagase, Rizwan u. v. a.

Länge: 118 Minuten, Weltkino
Kinostart: 17. November 2016
K 12/16